Tag 11: mit dem Traktorbus zu den Robben

Südwestlich der Insel gibt es „Koresand„, einen Hochsand im süddänischen Wattenmeer. Mit rund 20 Quadratkilometern ist Koresand derzeit die größte Sandbank des Wattenmeeres. Hier gibt es Robben – Grund genug um ohne Frühstück etwas gehetzt aufzustehen und um 10:30 Uhr die Traktorbus Tour mitzunehmen. Ihr fragt euch so wie wir vorher „Was zum Geier ist ein Traktorbus???“ Das hier:

Ein Busanhänger mit einem Traktor vorne dran, mit dem man mitten durchs Watt kutschiert wird. Quasi der Chuck Norris unter den Touribussen.

Also angerufen unter der Kontaktnummer, vergewissert dass Plätze frei sind, die Fahrt mit Baby möglich ist und Abfahrt am Wendeplatz bei unserem Campingplatz ist (hatten dort schon diese Busse gesehen). Verständigung nicht ganz einfach, müsste aber alles passen. Betonung liegt auf MÜSSTE, wie wir später noch sehen sollten. Schnell Semmeln geschmiert – keine Zeit für Frühstück in Ruhe – dick eingepackt und los zum Abholplatz, Punkt 10:30 Uhr da. Aber der Bus nicht. Um kurz nach halb werden wir dann doch skeptisch, da sehen wir den Traktorbus auf uns zukommen – und Richtung Watt abbiegen! Was tun? Einer von uns (genau genommen eine) rennt also eine ganze Weile hinter dem Bus her, erwischt ihn gerade noch, bevor er das Ufer verlässt. Muss lustig ausgesehen haben für die Passagiere, wie ich winkend hinter dem Bus her joggend auf mich aufmerksam machen wollte. Jedenfalls stoppt der Bus, Missverständnis geklärt (Bus hat am Hotel gehalten, nicht am Campingplatz), wir dürfen mit. Erst noch warten auf Papa mit Baby in der Trage – kann ja nicht joggen.

Also los geht’s, die dänische Mitarbeiterin des Wattenmeerzentrums erzählt unter anderem einiges über die Gefahren des Wattwanderns wie Priele, die einem den Rückweg abschneiden und Verlust der Orientierung durch plötzlich aufziehende Nebel.

Nach ca. 30 Minuten Fahrt durch die Weite des Watts erreichen wir die große Sandbank – und sehen schon von Weitem die Robben. Wir steigen aus und gehen vorsichtig noch ein Stück in ihre Richtung, stoppen aber mit immer noch großem Abstand um nicht zu riskieren, dass die ganze Gruppe ins Meer flüchtet. Durch ein Fernglas können wir uns die Tiere genauer ansehen. Ein paar von ihnen kommen im Wasser vorbeigeschwommen, um uns aus ihrem Element her zu begutachten. Man bekommt das Gefühl, nicht wir sind hier die Beobachter.

Robben Suchbild

Die Gezeiten nehmen ihren Lauf, mit jeder Welle bringt die Flut das Wasser näher an uns heran. Recht schnell können nur noch diejenigen mit Gummistiefeln trockenen Fußes durch das aufgestellte Fernglas schauen. Der Wind ist – mit Verlaub gesagt – schweinekalt und wir verziehen uns in den den Bus. Das Baby regt sich, hoffentlich kommt nicht genau jetzt der große Hunger… der Gedanke ans Stillen erscheint auf dem zugigen Anhänger nicht sonderlich verlockend. Denkt sie sich wohl auch, denn als sich der Bus wieder in Bewegung setzt und das Schaukeln losgeht, wird es wieder ruhig in der Jacke und wir sind 30 Minuten später wieder zurück. Auf dem Parkplatz beim Hotel, versteht sich 😉

Wir sind durch den kalten Wind und die Feuchtigkeit komplett durchgefroren und was hilft da besser als eine heiße Schokolade – und natürlich ein „Apfelstrudel“ – im Mandøpigen.

Morgen verabschieden wir uns von Mandø und es geht für eine Nacht in die Dünen.

Kilometer heute: keine Ahnung, müsst ihr den Traktorbusfahrer fragen. (Darf man mit dem eigentlich während der Fahrt sprechen?)

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