Tag 17: von wandernden Dünen und umziehenden Leuchttürmen

So blau wie der Himmel sich heute präsentiert, kann man sich das triste Wetter der letzten Tage kaum noch vorstellen. Das Timing ist super, denn heute wollen wir uns vor der Fahrt nach Skagen noch den Leuchtturm Rudbjerg Knude Fyr und die darum verlaufende Wanderdüne ansehen.

Wir schaffen es halbwegs wie geplant loszukommen und stellen Mitty am Parkplatz ab. Von hier sind es ca. 20 Minuten Feldweg und am Ende ein paar Meter die Düne hoch – da steht er: Rudbjerg Knude Fyr, der 119 Jahre alte Leuchtturm. So lange hat er Wind und Wetter getrotzt, er sieht aus als wäre er über alles erhaben. Aber der alte Herr soll umziehen. Bei seiner Erbauung stand er noch 200 Meter von der Klippe entfernt, nun sind es nur noch wenige Meter. Die Nordsee frisst sich Stück für Stück auf ihn zu, knabbert am Untergrund, auf dem er steht. Berechnungen zufolge stürzt er 2020 ins Meer, deshalb wurde sein Umzug um 60-80 Meter landeinwärts genehmigt – jetzt muss „nur“ noch eine Firma gefunden werden, die das Ganze für das genehmigte Budget übernimmt. Kann man nur hoffen, denn dieser Leuchtturm in Verbindung mit der wüstenartigen Umgebung strahlt etwas ganz Besonderes aus.

Man kann auch hinaufsteigen, irgendwie wird uns bei den rostig wirkenden Stufen aus gelochtem Metall (durch das man wunderbar in die Tiefe schauen kann) aber etwas mulmig und wir genießen nur kurz den Ausblick auf die wilde Nordsee. Kurz, weil der starke Wind einem Salz und Sand mit so einer Härte ins Gesicht bläst, dass man sich direkt ein paar Euro für ein Peeling sparen kann.

Schon von Weitem sieht man ihn und die Düne

Wir spazieren zurück zum Auto und starten in Richtung Skagen.

Dort kommen wir gegen 15 Uhr an und stellen Mitty auf dem großen Campingplatz ab. Nach einer kurzen Pause spazieren wir los ins Zentrum – das leider recht ausgestorben wirkt, weil die Geschäfte schon weitestgehend geschlossen sind. Ein Café hat aber auf, da gibt es erstmal eine Kugel Eis. Offen gestanden geht’s gar nicht um das Eis. Denn oben drauf gibt es einen großen Klecks Guf. Wenn du, lieber Leser (jaja oder liebe Leserin) mal in Dänemark bist: iss Guf. Es ist im Prinzip gezuckerter Eischnee und man bekommt es in den meisten Eisdielen dazu. Mir hätte einfach eine Portion Guf mit einem Löffel gereicht.

Der Wind ist frisch und die kleinen Füße bekommen bestimmt bald Hunger, deshalb spazieren wir zurück und freuen uns jetzt auch auf die geplanten Spaghetti Pomodoro.

Der Abend klingt aus mit gutem Essen und ordentlich Geweine der kleinen Füße – und wieder mal dem Gefühl dass man keine Ahnung hat, ob das jetzt Bauchweh, Reizverarbeitung oder etwas ganz anderes war. Wir sind mittlerweile aber auch hierbei routiniert und landen dann doch alle entspannt und glücklich im Bett.

Kilometer heute: ca. 80

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