Tag 29: das erste Mal

… nicht was ihr jetzt denkt! Ich spreche vom Wild Campen. Aber von vorne.

Wir schlafen bis 9 Uhr, diesmal weckt uns der Wecker, keine kleinen Füße. Letztere werden auch vom Wecker geweckt und beginnen den Tag trotzdem mit einem breiten Lächeln, sobald sie die Augen aufbekommen haben.

Nach Porridge und Kaffee geht’s los. Ziel ist es, ein Stück am Jotunheimen Nationalpark entlang zu fahren, denn er hat zahlreiche über 2.000 Meter hohe Berge und das könnte eine ganz schöne Strecke sein.

Die Fahrt verläuft sehr gut, die kleinen Füße schlafen nach 15 Minuten ein. Eine Straßensperre lässt kurz bei uns Schweiß ausbrechen – stehen bleiben ist der Feind schlafender kleiner Füße. Klappt aber, durch Kopfstreicheln und ganz viel Schhhhhhhhhhhhhhhhh von Frau W. kriegen wir nochmal die Kurve und machen ganz gut Strecke. Es geht entlang des wunderschönen Lustrafjorden. Als wir an einem wirklich traumhaft gelegenen Campingplatz mit Blick auf den beeindruckenden Feigumfossen vorbeifahren, überlegen wir kurz, hier die Nacht zu verbringen.

Da wir aber erst so wenige Kilometer gefahren sind und unsere kleine Beifahrerin so selig ratzt, beschließen wir weiter zu fahren. Wir lassen den Fjord hinter uns, die 55er bringt uns immer höher ins Gebirge. Es wird nach der lieblichen Fjordlandschaft richtig karg, es ragen schneebedeckte Berge auf und die Aussicht ist der Wahnsinn.

Es steht wieder mal die Entscheidung an: zurückfahren zu einem der Campingplätze oder weiterfahren und riskieren, dass die kleinen Füße aufwachen, weit bevor wir den nächsten erreichen. Da passieren wir auf einmal einen Parkplatz – mit Toilette. Und da steht auch schon ein anderer Ford Nugget. Der erste, den wir in Norwegen sehen. Wenn das kein Zeichen ist… wir entscheiden, das erste Mal „wild“ zu campen, also ohne Campingplatz. Klar, die Toilette lädt nicht zum langen Verweilen ein, aber dafür verbringt man für lau eine Nacht mit einer Aussicht, die kein Campingplatz bieten kann.

Mit den anderen Nugget Fahrern kommen wir gleich mal ins Gespräch – ebenfalls ein junges Paar mit Baby, das die Elternzeit in Skandinavien verbringt und bis in die Lofoten will. Noch eine Gemeinsamkeit: auch sie haben diese Art des Reisens während ihres Neuseelandurlaubs lieben gelernt. Als sie gleichzeitig mit uns dort waren – und sogar die gleiche Route gefahren sind. Zufälle gibt’s.

Wir spazieren noch ein wenig herum und genießen den Ausblick.

Und freuen uns dann aber auch wieder, schnell ins Warme zu kommen. Zeit für eine Portion Pasta.

Mal sehen, wie das mit dem wild campen so ist, wenn man nachts über den unbeleuchteten Parkplatz mitten in den Bergen zur Toilette muss… lieber nix mehr trinken.

Als Herr W. gegen 22:30 Uhr draußen war, Sah es dann noch so aus:

Kilometer heute: 103

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