Tag 37: spazieren fahren anstatt gehen

Aufwachen mit Blick aufs Meer – das macht einfach glücklich. Es ist ungewohnt glatt und ruhig, erinnert fast an einen Fjord. Es rauscht nur ganz leise an den Felsen unter unserem Stellplatz. Am liebsten würde ich mich hier jetzt einfach hinsetzen und zuhören, aber ich muss los: Auf dem recht gut gefüllten Campingplatz gibt es genau zwei Duschen jeweils für Frauen und Männer, daher gehe ich direkt nach dem Aufwachen gegen 8 schon mal los, um nicht am Ende Schlange stehen zu müssen.

Nach Baked Beans mit Spiegelei soll es nach Reine gehen, ein wenig umherspazieren und einer Empfehlung folgen uns hier Kuchen essen: Bringen

Noch schnell Grauwasser ablassen, Frischwasser auffüllen und Müll wegbringen. Die kleinen Füße sind schlecht drauf – verständlich, da das Mittagsschläfchen überfällig ist.

Wir fahren los, sofort schläft sie ein und wir stehen nach 10 Minuten Fahrt in Reine angekommen vor einem Problem: wenn wir anhalten, wacht sie auf. Und dann? Mit einem müden Baby gemütlich ins Café? Sie in die Trage packen und spazieren gehen? Es regnet in Strömen und 7 Grad machen die Sache auch nicht gerade angenehmer. Also hüpfe ich schnell rein um Kuchen zum Mitnehmen zu holen, Herr W. bleibt im Auto. Ein bisschen wehmütig werde ich, als ich im gemütlichen, warmen Café die Leute ihren Kaffee und Kuchen genießen sehe.

Ich springe zurück zum Auto, genau da werden die kleinen Füße wach und schauen bedröppelt aus der Wäsche. Wir beschließen, einfach spazieren zu fahren, anstatt zu gehen. So sieht man auch was von den Inseln, wir sind alle im Trockenen und das Baby kann schlafen.

Da sie nicht direkt wieder einschläft, halten wir an einem Parkplatz mit Meerblick und essen den fantastischen Kuchen. Der Parkplatz hat Toiletten und wäre somit ideal für eine Übernachtung – wie so oft hier in der Gegend steht aber auf einem Schild, dass genau das hier nicht erlaubt ist. Ich habe gelesen, dass – vor allem in den Sommermonaten – das frei Campen überhand nehmen würde. Sogar auf privaten Einfahrten und Parkplätzen stehen handgeschriebene Schilder mit „No Camping“. Da sieht man mal, wie es hier wohl teilweise abgehen muss.

Also eher kein freies Stehen. Wir haben sowieso eine Empfehlung für einen Campingplatz in der Nähe des Fredvang Beach bekommen, also steuern wir den mal an. Sieht gut aus, hier bleiben wir. Nur bisschen viel los, man steht dicht gedrängt:

Ein paar Eindrücke von der Fahrt:

Zum Strand spazieren wäre doch schön. Hey, machen wir in einer Regenpause! Wir waren nicht am Strand. Das sollte Aussage genug sein… Nachmittag und Abend spielen sich im Camper ab, ist irgendwie gemütlich. Herr W. muss leider noch ein paar Mal raus um die Wäsche zu waschen bzw. zu trocknen. In der Küche, in der auch Waschmaschine und Trockner stehen, wärmen sich zwei Mädels aus, die im Zelt schlafen. Sie pusten dort auch ihre Luftmatratzen auf, um sie dann ganz schnell ins Zelt zu bringen. Ins kalte Zelt. Das lässt unseren mollig warmen Mitty erscheinen wie ein 5-Sterne Hotel. In selbigem kocht Herr W. nun noch Hackfleisch für Tacos an… so lässt es sich schon aushalten.

Ein paar Mal muss Herr W. dann noch hin und her laufen. Wäsche waschen Schwierigkeitsstufe 3.

Die Nacht ist recht unruhig mit all dem Wind (eher Sturm) und Starkregen. Mal sehen, was der nächste Tag so bringt.

Kilometer heute: 55

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