Tag 43: Frühstück am Eis und glückliche Zufälle

Wir wachen am Stellplatz nahe des Trollparks auf. Bis vor zwei Monaten stand hier der weltgrößte Troll, der wurde aber am 6.4.19 bei einem Brand zerstört. Es ist recht warm, wir wollen zu sechst draußen frühstücken. Da der Stellplatz aber eben den Charme eines Parkplatzes hat (was er ja auch ist…), beschließen wir, schon mal den nächsten Stellplatz für die Nacht anzufahren, denn er ist laut Park4Night App nur 9 km entfernt und soll eine tolle Aussicht haben.

Also fahren wir los, nach ein paar Kilometern wundern wir uns doch ein wenig, dass das auf der Karte immer noch so weit aussieht. Mit Google Maps gecheckt stellt sich raus, dass die Park4Night App die Entfernung nicht korrekt angezeigt hat. Es sind tatsächlich noch 25km und 30 Minuten zu dem Platz. Wir entscheiden, am nächstmöglichen Parkplatz zu halten, denn unsere Mägen sind immer noch leer und verlangen so langsam nach Frühstück.

Doch ausreichend große Parkplätze sind gerade Mangelware an der Bergstraße, auf der wir uns befinden und somit bleibt uns nur einer: mit Blick auf einen noch fast komplett vereisten See. Auch sonst liegt hier noch recht viel Schnee – und das obwohl wir 15 Minuten vorher bei 17 Grad losgefahren sind. Tja, das ist halt der norwegische Norden. Wir geben ein lustiges Bild ab, wie wir hier so eingepackt am Eissee um unseren Frühstückstisch herumsitzen. Naja, das ist halt auch Camping.

Es geht weiter, auf der Strecke liegt noch ein Supermarkt mit Tankstelle. Beides ist hier Mangelware, also wird gleich eingekauft und getankt, parallel hat sich auch noch rausgestellt, dass genau von diesem Ort eine der schönsten Wanderungen von Senja startet. Also spontan entschieden, um 15 Uhr noch loszuwandern. Es ist streckenweise recht schlammig und oben wird der Wind ziemlich eisig, aber schon auf dem Weg eröffnet sich einem ein toller Ausblick und haben auch noch Glück mit dem Wetter. Die kleinen Füße freuen sich, dass sie endlich ihren Mittagsschlaf nachholen können.

Ganz zum Gipfel gehen wir dann doch nicht, denn es ist schon recht spät und der Blick auf den Weg nach oben zeigt: er führt über Schnee und liegt ohnehin gerade in Wolken eingepackt. Also wieder runter und los zum geplanten Übernachtungsplatz. Kurz davor entdecken wir einen anderen Parkplatz (Rastplatz Tungeneset) und wollen eigentlich nur kurz für Fotos halten – und sehen, dass er komplett neu gemacht wurde – inklusive Toiletten! Er ist offensichtlich noch nicht in den Apps zu finden, denn wir sind die ersten hier, die nach Campern aussehen. Und noch besser: man darf unten an der Aussichtsstelle grillen – mit dem besten Ausblick, den man sich wünschen kann!

Aber nach der sportlichen Betätigung heute wäre jetzt erstmal eine Dusche super… also schnell die 8 Liter Reisedusche mit warmem Wasser befüllt und los geht’s – die beiden Nuggets dienen als Sichtschutz. Und sauber geht’s dann ab zum Grillen unten am Meer.

Das ist Idylle pur, die Burger schmecken hier gleich doppelt so gut. Die kleinen Füße haben leider keine Lust mehr auf den Ausblick und wollen ins Bett – und erinnern uns damit an die Uhrzeit. Man hat durch die fehlende Dunkelheit einfach keinerlei Zeitgefühl mehr.

Also geht’s ins Bett, Herr W. räumt noch eine Weile herum und bei Meeresrauschen und dem Ruf eines Kuckucks schlafen wir schließlich ein.

Kilometer heute: 24

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