Tag 45: Wenn der Regen sogar von unten kommt

Um 7:30 klingelt der Wecker… wir sind alle drei ziemlich zerknittert. Die kleinen Füße entknittern sich als erstes und sind super drauf. Kurz noch Frischwasser auffüllen, dann kann es auch schon losgehen Richtung Fähre, die um 9:45 ab Botnhamn Richtung Brensholmen ablegt. Wir sind die ersten am Ablegeplatz, insgesamt werden es auch nicht so sonderlich viele. Alles etwas andere Dimensionen als noch in bzw. zu den Lofoten. Angenehm. Aber man denkt automatisch erstmal, man hätte irgendwas falsch gelesen oder verpasst, wenn nicht noch zig Wohnmobile mit einem warten.

Die Fährfahrt dauert ca. eine Dreiviertelstunde und man sieht auf den Bildern, dass sich die Aussicht dabei sehr in Grenzen hält – nicht nur wegen der Wand direkt vor uns. Die Wolken hängen extrem tief und das wird sich – Achtung, Spoiler Alert! – heute auch nicht mehr ändern. Die kleinen Füße verschlafen die gesamte Fahrt. Ist ja aber auch langsam Routine für sie.

Auf der anderen Seite suchen wir uns eine kleine Parkbucht mit „Aussicht“ auf den Fjord. Dort gibt’s erstmal Frühstück (Baked Beans, Spiegelei und in der Pfanne mit Butter angebräunten Toast – alles inkl. Rauchmeldertest).

In Tromsø angekommen (gegen 13:15) parken wir Mitty im Zentrum auf einem Parkplatz und laufen los – mit Schirm bzw. Regenparka. Erstmal ins Einkaufzentrum (schnell wieder raus – zuviele Menschen), um das Weinglas zu ersetzen, das dem Bremshügel an Tag 22 zum Opfer gefallen ist und dann ein wenig durch das historische Zentrum. Ganz schön sind die kleinen Fischerhäuser, in denen jetzt viele Restaurants, Bars und Geschäfte (leider sehr viele Touri-Läden) zu finden sind. An der nördlichsten Brauerei (Mack) der Welt halten wir natürlich auch – und kaufen für Herrn W. auch ein Bier.

Das ablaufende Parkticket, aber vor allem der ständige Regen, der aus allen Richtungen zu kommen scheint, treiben uns zurück zum Auto. Los geht’s – aber wohin eigentlich? Bisher ging es immer nördlicher, Tromsø war dabei das nördlichste Ziel unserer Reise. Jetzt müssen wir schauen, wohin wir nun eigentlich als nächstes fahren. Nur bis hier hin hatten wir so wirklich gedacht, danach bestand der Plan bisher aus „und dann über Finnland und Schweden zurück nach Dänemark und dann heim“.

Nach dem Wälzen der Karten steht der Plan: jetzt erstmal die E8 Richtung finnischer Grenze irgendwo auf einem kostenlosen Parkplatz übernachten.

Auf dem Weg sehen wir noch einmal Rentiere – die letzten sind schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her.

Weil die Bundesstraße irgendwann langweilig wird, machen wir einen Umweg über eine kleinere Straße, die später wieder auf die E8 zurückführt, uns nun aber erst noch an einem Gletscher vorbeiführt. Hier ist Tempo 80. Würden wir die fahren, würde sich Mitty beide Achsen brechen. Die Straße ist der reinste Schweizer Käse, wir werden ziemlich durchgeschüttelt. Die kleinen Füße stört es nicht, sie schlafen selig, bis wir den Parkplatz am untersten Ausläufer des Lyngenfjord erreichen. Hier stehen schon einige Weißwände, wie wir die Wohnmobile immer „liebevoll“ nennen. Dennoch findet sich ein Platz in erster Reihe am Wasser. Das ist er nun, unser letzter Übernachtungsplatz in Norwegen. Ein bisschen Wehmut macht sich breit. Da hilft eine große Portion Pasta, auch um den ekelhaften Sprühregen auszublenden, der einen bei jedem Toilettengang einnebelt.

Dann also morgen Finnland, zumindest für eine kurze Stippvisite.

Nach nächtlicher Kartensichtung ist Finnland nicht mehr so sicher. Die Straßen sind hier nicht so, dass man halt einfach mal die nächste Abzweigung nimmt. Straßen sind eher Mangelware. Also heißt es morgen bei Kaffee und Frühstück die Routen planen.

Kilometer heute: 196

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