Tag 57: auf zum Gletscher

Vor ein paar Wochen hatten wir den Jostedalsbreen Gletscher ausgelassen. Irgendwie sind wir vorbeigefahren, hatten ihn nicht auf dem Schirm und zum Zurückfahren war der Umweg zu groß. Fanden wir total schade, denn er ist der größte Gletscher des Europäischen Festlandes und soll wirklich beeindruckend sein. Tja, nun haben wir unsere zweite Chance bekommen und stehen jetzt auf einem Übernachtungsplatz mit direktem Blick. Naja zumindest wenn die Wolken sich verziehen, denn die hängen gerade im Moment recht hartnäckig in den Bergen.

So hat der heutige Tag auch angefangen: wolkig. Beim Blick aus dem Auto sieht man anstatt des Wahnsinns-Bergpanoramas: nichts. Also nicht gar nichts, aber weiß. Viel. Weiß. Das verzieht sich aber bis nach dem Frühstück und so können wir die Sicht bei der Fahrt ins Tal genießen. Das ist jetzt das Stück der 55er, das wir vor ein paar Wochen schon gefahren sind – nur andersrum. Unten wartet der wunderschöne Lustrafjorden mit seiner spiegelglatten Oberfläche. Nach dem Schläfchen der kleinen Füße biegen wir auch noch kurz nach Solvorn ab, um uns von dort mit dem Fernglas die Stabkirche von Urnes anzusehen. Die 1,5h Umweg war uns das Ansehen aus der Nähe nicht wert. Man sieht die Spitze, das muss reichen. Wir brauchen dringend Frischwasser, unser Tank ist ratzeputz leer und wir wollen ja noch eine weitere Nacht ohne Campingplatz stehen. Zum Glück finden wir eine Tankstelle, an der wir auffüllen können und Mitty wird bei der Gelegenheit auch gleich mal vom Dreck der letzten Wochen befreit – das war dringend nötig.

Die letzten Kilometer zum Gletscher laufen glatt – es ist sogar noch ein Stopp in einem kleinen Einkaufszentrum drin. Wir haben die Hoffnung, dort endlich den gesuchten Rolltisch (ein Campingtisch, den man einrollen kann anstatt zu klappen, also platzsparender) zu finden – aber Fehlanzeige. Ein paar andere Sachen werden aber besorgt – unter anderem Silikonspray für den Kampf gegen den nervig knarzenden Beifahrersitz. Ja, sowas kann einen wahnsinnig machen.

Erst ein paar Minuten vor dem Ziel werden die kleinen Füße quengelig, da sind wir dann auch schon da und man darf endlich raus aus dem Sitz.

Ich bin heute mal mit kochen dran, es gibt Risotto Milanese mit grünem Spargel. Das gab es im Camper als wir 2017 am Franz-Josef-Gletscher übernachtet haben. Haben es zu unserem Gletscher-Essen auserkoren. Jeder braucht ein Gletscher-Essen.

Komischerweise sind wir am Parkplatz komplett alleine, alle anderen sind nach und nach weggefahren. Haben wir was nicht mitbekommen? Naja, umso besser, keine nervigen Nachbarn. Gestern hatten wir Schafe um uns herum, heute grast hier eine Kuh. Wer wohl morgen unsere tierischen Nachbarn sind?

Der Blick auf den Gletscher ist wirklich großartig – freuen uns schon auf morgen, denn da soll es sonniger werden und eventuell sehen wir dann noch etwas besser die Blautöne im Eis.

Gefahrene Kilometer heute: 122

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