Tag 59: allein am Hafen

An dem „schönen“ Campingplatz wachen wir gegen halb 8 auf. Heute Nacht hat es ordentlich geregnet, einmal sogar so stark, dass wir alle vom Lärm aufgewacht sind.

Diesmal wird nicht noch lange im Bett gelegen – zumindest ich nicht. Heute ist duschen und Wäsche waschen angesagt und bei so vielen Campern sind drei Duschen, zwei Waschmaschinen und zwei Trockner echt ganz schön knapp bemessen. Deshalb stehe ich direkt auf und marschiere los. Beide Waschmaschinen sind noch 25 Minuten besetzt… na dann eben erst duschen und danach direkt davorstellen. Zum Glück sind meine Vorgänger schon da und holen ihre Wäsche schnell raus. Super nervig ist ja, wenn jemand seine fertige Wäsche nicht abholt…

Zurück am Camper treffe ich auf meine sehr gut gelaunten vier Füße, Herr W. macht sich nun auf zur Dusche und ich leiste den kleinen Füßen bei ihrem Vormittagsschläfchen Gesellschaft.

Nach dem ganzen Organisieren der Wäsche, des Abwaschs, der Müllentsorgung, Routenplanung und Wasser auffüllen geht’s los. Im fiesesten Wolkenbruch. Naja, Bergen ist ja berühmt für seinen vielen Regen. Man sagt wohl, dass die Leute hier direkt mit Schwimmhäuten auf die Welt kommen.

Als wir in Bergen ankommen hat es tatsächlich kurzzeitig aufgehört zu regnen, aber wir stehen vor einem ganz anderen Problem: wo parken? Es gibt nur Parkhäuser, Tiefgaragen oder Anwohnerparken. Mit unserm 3 Meter hohen Mitty passen wir nirgends rein. Auf außerhalb parken und dann wieder mit dem Bus reinfahren haben wir keine Lust. Dann eben nur eine Runde rumfahren.

Und merken, dass wir echt keine größeren Städte mehr gewöhnt sind. Der Verkehr und die Leute nerven, deshalb sind wir recht schnell wieder raus und unterwegs Richtung Stavanger.

Ein Stück wird wieder per Fähre zurückgelegt, wir kommen im Sonnenschein an. Die kleinen Füße werden quengelig, daher wird schnell ein Platz für die Nacht rausgesucht. Zum Glück geht’s diesmal schnell – und er entpuppt sich auch direkt als Volltreffer. Er ist an einem kleinen Hafen mit Blick auf den Fjord – und wir sind alleine hier!

Herr W. beginnt direkt mit Kochen, die kleinen Füße und ich beziehen die Betten mit der frisch gewaschenen Bettwäsche. Ok, ich beziehe Betten, die kleinen Füße strampeln mittendrin und freuen sich.

Nach dem Essen müssen sie auch direkt dringend ins Bett, man merkt ihnen den wenigen Schlaf des Tages an (durch zweimal anhalten und deswegen aufwachen). Einschlafen klappt heute nicht so sonderlich gut, deswegen dauert es eineinhalb Stunden und ich bin froh, als ich dann aus dem Bett rauskomme und draußen noch eine Runde herumspazieren kann. Alleine. Das sind seltene Momente, dafür genieße ich sie umso mehr. Ein Fischerboot brummt vorbei, das Wasser schwappt an die Kaimauer, ab und zu hüpft ein Fisch aus dem Wasser und schnappt sich ein Insekt. Irgendwo sitzen Leute draußen und lachen. Was für ein wunderschöner Stellplatz.

Wir machen noch ein wenig Routenplanung, dann geht’s ins Bett.

Heute gefahrene Kilometer: 84

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