Tag 61: von den Schafen nach Stavanger

Wir wachen auf – unter anderem vom Geblöke unserer wolligen Nachbarn. Gestern Abend haben wir noch herzlich gelacht, weil Herr W. noch unten saß, während die kleinen Füße und ich schon im Bett lagen und plötzlich zwei Lammköpfe durch die offene Tür ins Innere gelinst haben. Die kleinen Füße waren gerade nach langem „Kampf“ eingeschlafen, daher Herrn W.’s Stoßgebet: „bitte jetzt nicht blöken!!!“. Haben sie nicht, sahen nur sehr niedlich aus.

Nach Baked Beans (Herr W. „Endlich mal wieder!“) – und tatsächlich ohne Vormittagsnickerchen – geht es los Richtung Stavanger. Das erste Hindernis kommt kurz nach dem Losfahren, lässt uns nach einem brutalen „wer gibt zuerst nach?“-Battle aber doch passieren:

Wir kommen sonst super durch, leider können die kleinen Füße dadurch ihren Mittagsschlaf nicht zu Ende schlafen. Das holen sie dann bei Papa in der Trage nach – ist eh viel schöner. Aber erstmal müssen wir uns irgendwo abstellen.

Den ersten Parkplatz im Zentrum verlassen wir direkt wieder – Bauchgefühl passt nicht. Und wenn wir eins gelernt haben, dann darauf zu hören. Uns wurde selbst schon mal das Auto aufgebrochen und wir haben es jetzt erst wieder ganz aktuell von anderen mitbekommen, daher stellen wir unseren Mitty äußerst ungern ab. Der zweite Parkplatz ist aktuell eine Baustelle, beim dritten werden wir fündig: er ist direkt am Hafen neben der Einstiegsstelle eines großen Kreuzfahrtschiffes, daher laufen permanent Menschen am Auto vorbei – für Diebe nicht sonderlich angenehm. Wir spazieren also los durchs Zentrum – und sind echt angetan von Stavanger. Tolle kleine Gassen mit Geschäften, Bars und Restaurants. Klar, durch die ständige Präsenz von Kreuzfahrtschiffen auch viele Souvenirläden und auf Touristen zugeschnittene Angebote, aber nichtsdestotrotz ist es wirklich schön hier. Und wir haben echt Glück: die vorausgesagten 80% Regenwahrscheinlichkeit sind diesmal auf unserer Seite. Es tröpfelt zwar mal, aber es ist insgesamt eher trocken und recht warm. Herr W. bekommt seine Flipflops als Ersatz für die vorgestern zurückgelassenen und die kleinen Füße bekommen kleine Socken. Die zwar etwas zu groß sind, aber kleine Füße werden ja auch mal etwas größer.

Wegen des tollen Geruchs stoppen wir auch noch in einem Café auf ein Pain au chocolat, ein Croissant, eine Zimtschnecke und dazu Espresso und Chai Tea Latte.

Dann geht’s entspannt zurück zum Auto. Neben dem Schlachtschiff… Verzeihung… Kreuzfahrtschiff sieht Mitty so winzig aus. Auch die Häuser.

Genau jetzt fängt es an richtig zu regnen – perfektes Timing, um den Campingplatz anzusteuern, auf dem wir die Nacht verbringen wollen. Aber erstmal noch auf die x-te Fähre nehmen… das gehört mittlerweile auch irgendwie schon dazu wie die unzähligen Tunnel und Kreisverkehre hier.

Auf dem Campingplatz angekommen brauchen wir erstmal gefühlte 20 Minuten, um einen passenden Platz zu finden. Beim ersten ist keine Steckdose in der Nähe, beim nächsten keine frei und sonst stehen unsere Mitcamper teilweise sowas von blöd da, dass kaum Platz mehr ist. Als Dank räuchern wir sie erstmal mit unserem (laut Hersteller) rauchfreien Grill ein. Cheddar, der vom Burgerpatty runtertropft raucht halt. Aber der Grill an sich nicht.

Der Regen hält sich seit der Abfahrt in Stavanger hartnäckig, morgen soll es ähnlich werden. Leider ist morgen auch die gebuchte Kajak-Fjordtour von Herrn W. Aber der Lysefjord soll laut Website des Anbieters auch bei Regen wunderschön sein. Na dann!

Heute hören wir leider wieder Menschen anstatt Schafen – aber das Prasseln des Regens macht einen guten Job.

Heute gefahrene Kilometer: 64

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