Tag 63: ein Tag im, am, auf und über dem Lysefjord

Heute klingelt zum zweiten Mal in Folge der Wecker – das sollte bitte nicht zur Gewohnheit werden!

Herr W. geht schnell duschen, die kleinen Füße und ich müssen uns erstmal entknittern. Zum Frühstück gibt’s den Carrot Cake, den wir gestern in dem Café in Jørpeland mitgenommen haben. Und in die Richtung geht’s auch direkt wieder: gleiche Kayaktour, nur heute bin ich dran. Die kleinen Füße werden noch gut abgefüllt, dann geht’s für mich los. Heute bin ich nicht allein mit dem Guide, es ist noch ein Paar aus den Niederlanden dabei. Die beiden gehen in ein Kayak, ich in das zweite zum Guide. Heute ist es windiger, daher fahren wir nicht auf den offenen Fjord raus, sondern paddeln um mehrere kleine Inseln herum.

Wir sehen nistende Vögel, einen springenden Lachs, ohne Ende Quallen und Austern. Bei letzteren kann man die Jahre wie bei Bäumen an den Ringen abzählen. Die älteste, die der Guide jemals gefunden hat, war 35 Jahre alt.

Er erzählt von der Gegend und auch einigen Problemen in Norwegen. Dass zum Beispiel Unmengen an Sardinen gefischt werden, aber nicht um sie zu essen, sondern um sie wiederum an Lachs zu verfüttern, weil der mehr „fancy“ ist und deshalb mehr gegessen wird. Und auch dass die großen Fischereien den Fisch nach China bringen, um ihn dort verpacken und wieder nach Norwegen zurückschicken zu lassen. Dort ist er dann immer noch billiger als der frische Fisch der kleineren Fischereien. Oh du schöne neue Welt.

In Norwegen wird anscheinend ungern Geld für Lebensmittel ausgegeben. Man kauft sich einen Tesla und hat ein Ferienhaus am Meer und eine Eigentumswohnung, aber beklagt sich über die teuren Lebensmittel.

Ungefähr 1,5h sind wir auf dem Wasser, dann geht’s zurück. Die vier anderen Füße hatten eine super Zeit und sind ganz schön viel rumgelaufen. Also die kleinen haben laufen lassen. Aber lassen wir Herrn W. doch selbst zu Wort kommen:

„Nachdem Frau W. aufs Wasser rauspaddelt, beschließen wir (die kleinen Füße) ein wenig die gestern kennengelernte Insel zu erkunden.

Zuerst irren wir ein wenig rum, finden dann aber den Weg. Ok, er war auch gut beschildert, aber ich hatte mich vorher nicht informiert. Der Rundweg ist wunderschön. Zuerst über eine Brücke (Kosten: 10.000.000 NOK) und dann immer am Ufer lang. Währenddessen telefoniere ich mit einer Freundin (die kleinen Füße haben den geschenkten Strampler sehr gern) und spaziere weiter. Auf einmal muss ich kurz stoppen: Ziegen! Diese Insel dient als Ausflugsziel für die Bewohner und ist mit Ziegen, Kunstschnitzereien, Grills und Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Klasse!

Die kleinen Füße werden vor Ende des Rundweges wach und schauen sich um. Das ist immer sehr niedlich. Ich will ein wenig Abwechslung bieten. Und wir brauchen ja noch Plastikboxen (unter der Spüle im Mitty) und eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Spielzeug für die kleinen Füße. Also rein in einen Möbelladen. Da gibt es nichts für uns. Dann halt zum einkaufen, denn heute Abend soll es noch Wraps geben und wir brauchen Hähnchenfleisch und Käse.

Nach diesen Besorgungen schaue ich kurz Richtung Meer. Ja, Frau W. ist auf dem Rückweg. Mache ich also genauso. Die Boxen kaufe ich in einem Laden bei dem auch Mitty steht. Und Frau W. kommt auch schon wieder. Wir sind wieder vereint!“

Also können wir uns entspannt aufmachen Richtung Fähre. Ganz ungewohnt: dort stehen nur ein paar Fahrzeuge und warten. Und das obwohl das eine typischen Touristen-Linie ist. Pünktlich um 15:10 geht’s los und wir können trotz bedeckten Wetters gut an Deck stehen, denn es ist nicht wirklich kalt. Wenn wir die Klagen von zuhause zu hören (bis zu 39 Grad), freuen wir uns doch irgendwie ziemlich über die 18 Grad. Über Lautsprecher hören wir Infos zu den „Sehenswürdigkeiten“ entlang des Lysefjords wie der Vagabundenhöhle, dem Preikestolen und dem Kjeragbolten. Letzteren sieht man vom Fjord aus nicht, aber allein der Berg Kjerag ist beeindruckend, wie er da so emporragt.

An der Vagabundenhöhle wird das Schiff langsamer und fährt näher an die Felswand ran. Und noch ein bisschen näher. Und noch ein Stück. Okay danke, das war sehr eindrucksvoll, reicht aber auch. Uuuuuund noch näher.

Den Preikestolen sehen wir ziemlich wolkenverhangen, vermutlich hat man von oben heute auch nicht die beste Aussicht. Bestimmt ziemlich nervig für viele Wanderer, die extra heute gegangen sind, weil es schöner werden sollte als gestern.

Die Fahrt verläuft entspannt, die kleinen Füße sind schon versierte Fähren-Fahrer. Aber auch nicht so abgebrüht, dass sie nicht doch neugierig aus der Trage nach draußen gucken würden.

Nach ca. 1,5h erreichen wir Lysebotn. Für uns das Ende von Fjord Norwegen. Ein klein bisschen wehmütig werden wir da schon…

Und jetzt geht ab Lysebotn der Fahrspaß los. Wieso? Hier die Antwort:

(Ich setze mich mal vorsichtshalber vorne hin, anstatt hinten bei den kleinen Füßen…)

Durch die Serpentinen schrauben wir uns kürzester Zeit hoch auf den Berg, zwischendrin blitzt noch der Fjord von unten auf.

Heute ist mal wieder wild campen angesagt. Wir fahren an mehreren Parkplätzen vorbei, die meisten davon sind uns schon zu voll. Spricht: mindestens mit einem weiteren Fahrzeug. Es gibt aber so viele Plätze, dass wir sehr schnell fündig werden: wir sind komplett alleine zwischen Felsbrocken und Bergseen:

Hier oben sind 9 Grad und es ist windig, da wird nicht lang überlegt, ob Herr W. heute die Hähnchen Fajitas draußen kocht.

Heute gefahrene Kilometer: 36

Heute gepaddelte Kilometer: ca. 7

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